© 2015
Schönhengster Heimatmuseum
Eduard Schwoiser
Der
Maler
Eduard
Schwoiser
(geb.
am
10.
März
1826
in
Brüsau,
gest.
am
3.
September
1902
in
München)
zählt
sicherlich
zu
den
bedeutenden
Künstlern
unserer
Heimatlandschaft.
Sein
Geburtsort
Brüsau
lag
im
engen
Tal
der
Zwitta,
und
zwar
im
Grenzgebiet
zwischen
Böhmen
und
Mähren,
das
damals
zur
Doppelmonarchie
Österreich-Ungarn gehörte.
Sein
Vater,
Ignaz
Schwoiser,
war
Leineweber.
Dessen
malerische
Begabung
zeigte
sich
erst
später.
In
der
Zeit,
in
der
er
lebte,
konnten
Kunstdrucke
noch
nicht
preiswert
hergestellt
werden.
Die
Bürger
ließen
sich
daher
zur
Ausschmückung
der
Wohnräume
Heiligenbilder
malen,
die
auch
in
Haus-
und
Feldkapellen
angebracht
wurden.
Ignaz
Schwoiser
war
sehr
vielseitig,
er
bereiste
weite
Teile
unserer
Heimatlandschaft
und
malte
Heiligenbilder,
war
als
Vergolder
tätig
und
musizierte aktiv.
Eduard
begleitete
den
Vater
auf
seinen
Reisen
und
lernte
dabei
die
Besonderheiten
der
Heimatlandschaft
kennen,
die
seine
Phantasie
anregten.
Sicherlich
war
Eduard
so
vom
Schönhengster
Oberland
ins
Unterland
gekommen
und
hatte
dabei auch in den Kirchen dieser Gegenden die Fresken anderer Künstler betrachten können.
Bereits
in
jungen
Jahren
entwickelte
er
sich
zum
Autodidakten.
Er
begann
in
Brünn
und
erwarb
sich
dort
Fähigkeiten
als
Schriftenmaler
und
Stukkateur.
Er
nutzte
jede
freie
Stunde
zur
Weiterbildung
und
interessierte
sich
besonders
für
Fresken und Deckenmalerei.
Gerade
diese
Maltechnik
forderte
von
ihm
ein
hohes
Mass
an
körperlicher
und
geistiger
Konzentration.
Er
verbrachte
dabei
längere
Zeit
liegend
oder
hockend
auf
dem
Gerüst
und
musste
schnell
arbeiten;
den
nur
so
konnte
er
den
von
ihm
gewünschten
Fresken-Effekt
gewährleisten,
der
sich
erzielen
läßt,
wenn
sich
der
feuchte
Mörtel
mit
der
aufgetragenen
Farbe
verbindet.
Erste
größere
Aufträge
bekam
er
in
der
Heimat.
Die
Familie
J.
Christen,
Besitzer
des
Gutes
und
der
Burg
Fürstenberg/Swojanow,
bestellte
bei
dem
jungen
Maler
einige
Bilder;
er
wurde
weiterempfohlen.
Diese,
wie
auch
andere Bilder aus seiner frühen Schaffenszeit signierte er in Schreibschrift.
Es folgten Auftagsarbeiten für König Max II. In dieser Zeit entstanden Genrebilder, also Bilder aus dem täglichen Leben.
Am
30.
Januar
1851
wurde
er
an
der
Münchner
Akademie
der
Bildenden
Künste
für
das
Fach
Malerei
aufgenommen
und
brachte
es
später
zum
Professor.
Diesen
Ort
wähle
er
aufgrund
seiner
persönlichen
Verbindungen
und
aufgrund
der
Tatsache,
dass
sich
dort
der
kunstsinnige
Königshof
befand,
der
die
Bayerische
Hauptstadt
zu
einem
Zentrum
der
Baukunst und der bildenden Kunst in Deutschland machte.
Mit
dem
nötigen
fachlichen
Rüstzeug
ausgestattet,
wandte
er
sich
intensiv
der
Freskomalerei
zu.
Er
erhielt
Aufträge
von
König
Ludwig
II.
Malereien
für
die
Residenz
in
München,
für
Schloss
Neuschwanstein
und
für
das
Theater
in
Landsberg
am Lech zu fertigen.
Auch
im
Schloss
Linderhof
ist
ersichtlich,
daß
Prof.
Eduard
Schwoiser
an
Fresken
gearbeitet
hat.
Im
Schloss
Herrenchiemsee
hat
er
die
ganze
Intensität
seiner
Arbeit
dokumentiert
und
–
wie
viele
seiner
späteren
Werke
-
mit
Großbuchstaben signiert.
Als Ludwig II. 1886 starb, beendete auch er, der Brüsauer Maler, seine Tätigkeit im königlichen Dienst.
Die Horoskopsteller, Detail aus dem
Deckenfresko im Beratungssaal Schloß
Herrenchiemsee.
Foto. Schönhengster Heimatmuseum